Das Jahr 2017

 

Das markanteste im ersten Halbjahr war, dass es durchweg viel zu trocken war.

Der vergangene Winter begann im Dezember wie so häufig eher weniger winterlich. Bei einer fast ständigen Hochdruckwetterlage gab es in den Tälern viel Nebel und im ganzen Monat nur 6,1mm Niederschlag in Karlsruhe. Die Temperaturen lagen tagsüber im Durchschnitt bei knapp 5°C, nachts um 0°C. Zum Ende des Monats gab es dann doch noch Dauerfrost, der in Verbindung mit dem Nebel zum Jahreswechsel zu einer dicken Raureifschicht führte, die das Land zumindest für einige Tage in ein winterliches Gewand hüllte.

Der Januar brachte dann winterliche Kälte, aber viel Schnee fiel trotzdem nicht, und die 1-3cm, die nachts fielen sind am Rhein dann meist auch tagsüber schnell wieder weg getaut. Mit ca. 20mm Gesamtniederschlag blieb auch der Januar sehr trocken. Mit einer Durchschnittstemperatur von -1,4°C an der DWD-Station in Rheinstetten war es hier der kälteste Januar seit 2009 (-2,1°C).

Ähnlich kalt war es auch im Januar 1997 und noch deutlich kälter war es hier in der Region in den Wintern 1985 und 1987. In allen 3 Jahren lag die DWD-Wetterstation aber noch in Karlsruhe an der Hertzstraße, wo es meisten etwas wärmer ist.

Mit -12°C in Rheinstetten und -10,7°C an der Hertzstraße brachte der 22.Januar die kälteste Temperatur im Winter 2017.

Im Februar ging der Winter dann sehr bald zu Ende, bereits Mitte Februar sind schon viele Zugvögel angekommen, da war eigentlich klar, dass der Winter 2017 zumindest im Flachland ausgedient hat. Das hat sich dann auch so bestätigt. Mit knapp 10°C im Mittel am Tage und 5,1°C als Durchschnittstemperatur war der Februar recht mild, einer der wärmsten überhaupt. Mit 18,4°C war der 23.Februar der mildeste Tag, an der KIT-Station in der Hertzstraße in Karlsruhe wurden 20,5°C als Maximum gemessen. Der Februar war lange auch ziemlich trocken, erst die letzten Tage brachten dann mal etwas mehr Regen.

Insgesamt war der Winter 2016/17 abgesehen vom Januar zu mild und vor allem durchweg viel zu trocken.

Der März machte so weiter, wie der Februar, es war durchweg sehr warm und zu trocken. Zum Monatsende wurde es fast schon sommerlich, an der Wetterstation in der Hertzstraße wurde sogar 2 Sommertage gemessen, mit bis zu 26,2°C. Der April knickte dann was die Wärme betrifft etwas ein, er war dann so etwa im langjährigen Durchschnitt. Der erhoffte Regen blieb aus. Mit gerade mal knapp 20mm Niederschlag war es viel zu trocken. Sommertage gab es in der Hertzstraße 2, in Rheinstetten nur einen. Der Mai brachte dann etwas Regen, aber das reichte bei weitem nicht, um das Defizit aus den Monaten davor auch nur annähernd aufzufüllen. Und nach einer relativ kühlen ersten Monatshälfte wurde es in der zweiten Hälfte des Mai schon richtig hochsommerlich mit Temperaturen von teilweise deutlich über 30°C, an der Hertzstraße bis zu 36,3°C - die heißeste Temperatur, die an dieser Station jemals in einem Mai gemessen wurde.

Insgesamt war der Frühling deutlich zu warm und viel zu rocken.

Der Juni brachte fast durchweg große Hitze mit nur kurzen Verschnaufpausen. Abgesehen von einer kurzen Regenperiode ausgerechnet an Pfingsten war es auch wieder viel zu trocken. Die höchste Temperatur von 39,0°C an der Hertzstraße war auch gleichzeitig der Rekord für den Monat Juni an dieser Station.

Der Juli brachte dann endlich auch reichlich Regen, doch damit wurde das Wetter dann auch unbeständiger mit ständigem Wechsel zwischen trockenen, sehr heißen Phasen und regnerischen, gewittrigen und eher herbstlich kühlen Perioden. Teilweise eine richtige Achterbahn! Der August blieb zunächst mal hochsommerlich. Nach einem kurzem Knick am 10. und 11. August mit ziemlich herbstlichem Flair erholte sich das Wetter schnell wieder und dann stellten sich auch schnell wieder Sommertage und Hitzetage ein. Die blieben mit maximal 34,3°C, bzw. 31,9°C (30.August) zwar moderat, aber die Schwüle machte die Hitze dann doch ziemlich schweißtreibend. Am 31.August gab es dann einen markanten Herbsteinbruch mit einem Temperatursturz von rund 14°C an der Hertzstraße. Der meiste Niederschlag fiel vom 10. bis 12.August.

Der September konnte keine Sommergefühle mehr wecken, am 5.September gab es zwar noch mal mehr als 25°C, aber ansonsten war der September fast durchweg schon recht herbstlich. In den letzten Tagen wurde es noch mal wärmer, da wurden an der Hertzstraße noch an 3 Tagen über 25°C gemessen.

Der Herbst brachte dann Temperaturen, die meistens leicht über dem langjährigen Mittel lagen. Die Sonne machte sich rar, oft war es bedeckt oder trübe, der Dezember zeigte oft nasskalten Charakter, zum Jahresende wurde es aber noch mal sehr mild.

Insgesamt war die erste Jahreshälfte deutlich zu trocken, das machte die zweite Hälfte aber wieder mehr als wett und am Ende lag die Niederschlagsmenge mit 822mm deutlich über dem langjährigen Mittel.

 

 

Die Messwerte 2017

Wie in den letzten Jahren gab es auch 2017 wieder große Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten (DWD) und in Karlsruhe an der Hertzstraße (KIT).

                                                                                                                                       

Temperatur:

Absolutes Maximum: Hertzstraße 39,0°C (22.Juni), Rheinstetten: 34,7°C (22.Juni)

Absolutes Minimum:  Hertzstraße -10,4°C (22.Jaunar), Rheinstetten: -12,0°C (22.Januar)

Tagesmittel: Hertzstraße  12,2°C,  Rheinstetten 11,4°C

 

Tage mit >25°C (Sommertage): Hertzstraße 104, Rheinstetten 71

Tage mit >30°C (Hitzetage): Hertzstraße 49, Rheinstetten 24

Tage mit Minimum <0°C (Frosttage): Hertzstraße 44, Rheinstetten 63         

Tage mit Maximum <0°C (Eistage): Hertzstraße 5, Rheinstetten 8

 

Niederschlag: (Rheinstetten)

Gesamtniederschlagsmenge: 822mm

Max/24Std: 62 (13.September)

 

Tage mit Schneefall/Schneeregen: 22

Tage mit Schneedecke: 14