Wetter-Rückblick

 

Das Jahr 2010

Das Jahr 2010 begann mit einem schneereichen Winter, aber im Gegensatz zum Nordosten, wo über Wochen hinweg große Kälte herrschte, gab es hier im Südwesten vergleichsweise milde Temperaturen, die auch im örtlichen Vergleich nicht besonders kalt waren.

Der Winter dauerte bis in den März hinein an, was allerdings auch nichts Außergewöhnliches ist.

Dafür begann der Frühling dann schon und mild und der April verwöhnte uns mit Sonne und sehr warmen Temperaturen. Das sprichwörtliche Aprilwetter kam dann erst im Mai, von Wonnemonat keine Spur. Ein frischer Wind brachte immer wieder Regen und kühle Luft.

Dann der Sommer, ein launischer Typ. Erst legte er sich mächtig ins Zeug lief bereits im Juni zur Hochform auf und im Juli hatte man den Eindruck, als wolle er dem Rekordsommer von 2003 zeigen, was ein richtiger Sommer ist! Wochenlang um oder über 35°C, "wenn er das Tempo nur durchhält", dachte sich so mancher schon mit banger Vorahnung. Und tatsächlich erging es ihm dann so, wie einem Sportler, der sich schon zu Anfang des Rennens völlig verausgabt. Als Ruderer würde ich es mal so sagen: er ist auf der halben Strecke gekentert, abgesoffen...

Im August planschte er dann im Regenwasser herum, von Hochsommer keine Spur, ausgepowert, burn-out. Auch der September brachte nichts Überwältigendes mehr.

Der Oktober brachte dann zunächst noch mal einen wunderschönen Herbst, bis dem dann gegen Ende des Monats der erste Frost das Licht ausblies. Der November war zunächst noch mild, aber am Ende des Monats schlug dann schon der Winter zu - und zwar mit der größten Keule, die er zu Verfügung hat. Sturm, Schnee und extreme Kälte. Wer nun glaubte, das sei nur ein kurzes Episödchen, der hatte weit gefehlt. Der Winter hielt durch, bis zum Jahresende und selbst hier am Oberrhein blieb der Schnee fast durchgehend liegen. Bereits vor Jahreswechsel schon 30 Schneetage, das hat es seit Beginn der Aufzeichnungen vorher noch nie gegeben! Und es gab sogar weiße Weihnachten, und wie! 24cm Schnee in Karlsruhe, zu Weihnachten, pünktlich am Heiligen Abend. Der Verkehrs-Wahn kam zum Erliegen. Egal ob auf der Straße, auf der Schiene oder in der Luft, es ging nichts mehr. Die Flugzeuge gingen erst gar nicht in die Luft, dafür aber so mancher, der am Flughafen stand und über die Feiertage in den schönen warmen Süden fliegen wollte...

Nur der Schiffsverkehr auf dem Rhein, der lief ungehindert, nach einer zwischenzeitlichen Schneeschmelze Mitte Dezember war genügend Wasser da und bis der Rhein zufriert, da muss der Winter aber noch ein paar ordentliche Takte zulegen!

 

Niederschlag: Insgesamt war das Jahr mit 856mm etwas zu feucht in Karlsruhe. Das ging vor allem auf das Konto des schneereichen Dezember (134mm Niederschlag, die Gesamthöhe des gefallenen Neuschnees betrug 46cm), sowie auf die Monate August (133mm) und Mai (116mm). Trockenster Monat war der April mit nur 27mm Niederschlag im gesamten Monat. Der meiste Niederschlag an einem Tag fiel am 8.Dezember mit 34mm Regen (also an einem Tag mehr, als im ganzen April).

 

Topwerte des Jahres

38,4°C, 10.07 2010

-14,1°C, 26.12.2010

34mm Regen/24Std, 8.12.2010

24cm Schnee, 25.12.2010

 

Rekorde brachte 2010 eigentlich nur der Winter in Sachen Schnee. 75 Tage mit Schneedecke in Karlsruhe, das ist einsame Spitze (der bisherige Rekord von 1941 lag bei 69 Tagen).  30 Schneetage im November/Dezember, auch das ist Spitze und 24cm Schnee zu Weihnachten gab es vorher auch "noch nie" - na ja, wer weiß schon, was 1431 oder 1695 oder was weiß ich wann war, eben "noch nie", seit es Aufzeichnungen gibt.