Stand 4.7.2019

 

Das Wetter für den Südwesten

                

 

Zum Wochenende hochsommerlich heiß

 

Am Freitag und Samstag wird es mit 30-34°C hochsommerlich heiß. Es ist dabei sonnig, kaum eine Wolke trübt den Himmel. Niederschlag kann man praktisch ausschließen.
Am Sonntag gibt es mehr Wolken, vor allem ganz im Süden kann es auch Schauer und Gewitter geben. Mit 25°C ist es deutlich kühler, aber weiterhin sommerlich.
Nächste Woche gibt es kaum Niederschlag, dafür viel Sonne. Mit um 25°C bleibt es sommerlich warm. Ergiebige Niederschläge sind in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Wenn dann über dem Schwarzwald und den Vogesen und in den Alpen. Sonst bleibt es trocken.
Alles deutet im Moment darauf hin, dass uns der Hochsommer erneut Dürre bringt. Im der vorhersagbaren Zeitraum sind zwar auch keine Extremtemperaturen mehr zu erwarten,
Aber das kann sich in der zweiten Julihälfte und im August noch ändern. Für Sommerliebhaber, Sonnenanbeter und Badefreunde mögen das ja ganz tolle Aussichten sein, aber in Hinblick auf den Klimawandel und die Folgen für die Natur sind das keine guten Aussichten.



Das Jahr 2018

 

Die markantesten Merkmale des Wetters im Jahr 2018 waren die Wärme und vor allem in der zweiten Jahreshälfte die anhaltende Trockenheit.
Dabei begann das Jahr eigentlich sehr nass und der viele Regen sorgte im Januar für eine extreme Flutwelle am Rhein.
Die Temperaturen waren dabei viel zu warm, es war der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Der Februar machte zunächst da weiter, wo der Januar aufhörte, mild und regnerisch. Doch wurde es dann in der zweiten Monatshälfte doch kühler.
Ganz am Ende wurde es dann sogar richtig kalt, mit so ziemlich den kältesten Temperaturen, die Ende Februar überhaupt noch möglich sind.
Der März begann dann winterlich. Nichts mit Frühling! Schnee! Und das bis ganz runter an den Rhein!
In der zweiten Märzwoche wurden dann die Tage am Rhein schon mal etwas frühlingshafter, doch das dauerte nicht lange, dann kam der Schnee wieder.
Überhaupt, „Frühling“, den gab es eigentlich nicht. Denn wenige Tage nach dem Frost war schon der Sommer da, mit 25°C am Rhein, am 3.April.
Der April blieb dann frühsommerlich, der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen.
Und im Mai wurde es dann schon richtig Sommer, bis zu 33°C, Regen gab es auch noch genug.
Dieses schwülwarme Wetter setzte sich dann zunächst auch im Juni noch fort. Doch ab der Monatsmitte änderte sich das dann. Es blieb zwar hochsommerlich warm, aber trocken.
Die Trockenheit blieb dann im Juli bestehen, auch wenn es doch häufiger mal Schauer und Gewitter gab, die aber oft regional beschränkt blieben.
Die Temperaturen blieben bis Mitte Juli im erträglichen Bereich, die ganz große Hitze blieb zunächst aus, doch ab Mitte Juli bis weit in den August gab es dann anhaltende große Hitze.
In der zweiten Augusthälfte wurde die Dürre immer extremer und nahm teilweise katastrophale Ausmaße an.
Auch im September gab es weiterhin anhaltende Hitze, die am 21.Sept. zu Ende ging.
Doch zu Ende war der Sommer damit noch lange nicht, denn auch im Oktober blieb es spätsommerlich warm und viel zu trocken. Nach dem 21.Oktober war der Sommer dann endgültig vorbei.

Sehr mild und viel zu trocken ging es auch im November weiter, erst der Dezember brachte dann endlich mal richtig viel Regen. Es blieb aber deutlich zu warm.
Schnee gab es trotzdem kurzfristig mal bis ganz runter, Sonntagmorgens, es war der 16.Dezember. Weihnachten dann wieder mild, wie fast immer, danach kalt und trocken.


Die Messwerte 2018

Wie immer gab es auch 2018 wieder große Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten (DWD) und in Karlsruhe an der Hertzstraße (KIT).

                                                                                                                                       

Temperatur:

Absolutes Maximum:   Hertzstraße 39,8°C (31.Juli), Rheinstetten: 36,4°C (3.August)

AbsolutesMinimum:    Hertzstraße -11,2°C (28.Februar), Rheinstetten: -12,0°C (28.Februar)

Tagesmittel:   Hertzstraße  13,2°C,   Rheinstetten 12,3°C

 

Tage mit >25°C (Sommertage):  Hertzstraße 131, Rheinstetten 104

Tage mit >30°C (Hitzetage):  Hertzstraße 79, Rheinstetten 38

Tage mit Minimum <0°C (Frosttage):  Hertzstraße 47, Rheinstetten 55         

Tage mit Maximum <0°C (Eistage):  Hertzstraße 4, Rheinstetten 5

 

Niederschlag: (Rheinstetten)

Gesamtniederschlagsmenge: 575mm

Max/24Std: 29 (11.Juni)

 

Tage mit Schneefall/Schneeregen:  10

Tage mit Schneedecke:  6




 

 

 

Messstationen

 

Es gibt deutliche Unterschiede, nicht nur bei der Temperatur, begründet durch den Standort der Wetterstation. Im Wald herrschen ganz andere Bedingungen, als draußen auf dem freien Feld und in der Innenstadt oder am unmittelbaren Stadtrand ist es wieder ganz anders.

Deshalb liefert die Messstation des KIT Campus Nord mitten im Hardtwald auch immer ganz andere Ergebnisse, als am Physikhochhaus in den Parkanlagen des Campus Süd oder an der Hertzstraße auf einer Wiese ein paar Meter neben einem Parkplatz im Industriegebiet am nordwestlichen Stadtrand. Und draußen auf der freien Fläche des ehemaligen Flugplatzes in Rheinstetten, wo die Station des DWD steht, sind wieder ganz andere Bedingungen. Wie auch immer, am gegebenen Standort sind die Bedingungen eben so, wie sie sind.

Für die meisten Menschen, die nicht gerade Förster, Waldarbeiter oder Bauer von Beruf sind, spiegeln aber die Bedingungen im Industriegebiet oder in der Innenstadt am ehesten das wieder, was sie täglich erleben.

Allerdings sind die Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten und in Karlsruhe an der Hertzstraße doch, vor allem im Sommer teilweise sehr hoch. Alleine durch die unterschiedlichen Standorte können diese Unterschiede nicht immer erklärt werden.

 

Wenn man eine Messstation für die natürlichen Bedingungen hier am Oberrhein nehmen wollte, dann ist am ehesten noch die im Campus Nord repräsentativ, den sie spiegelt am meisten die Bedingungen wieder, die hier vor 300 Jahren herrschten, bevor die Stadt erbaut wurde.

Am Repräsentativsten wäre wohl eine Station in den Rheinauen bei Daxlanden, in der Fritschlach oder in Rappenwört. Das ist nahezu unverfälschtes Oberrheinklima, so wie es früher, so wie es hier schon immer war. Stickig, feucht, schwül. Im Sommer warm bis heiß, im Winter eher mild.

 

 

"Wetterrekorde" und Wetterdienste

 

Der Deutsche Wetterdienst DWD beansprucht für sich ganz alleine, die einzigen waren Messwerte zu liefern. Die Messungen anderer Stationen wie z.B. das KIT in Karlsruhe oder private Wetterdienste werden nicht als "offiziell" anerkannt. Auch wenn die KIT-Station an der Hertzstraße über 41°C gemessen hat, ist das kein offizieller Rekord, obwohl diese Temperatur sonst noch nie in Deutschland gemessen wurde. Ein offizieller Wetter-Rekord kann nur aufgestellt werden, wenn er an einer DWD-Station gemessen wurde, ob das nun Temperatur, Niederschlagsmenge, Windgeschwindigkeit ist.

Man kann aber eigentlich wohl schon davon ausgehen, dass die Meteorologen von privaten Wetterdiensten und die Wissenschaftler am KIT ebenso gut wissen, wie man Wetterstationen aufstellt und abließt, wie die Leute vom DWD.

"Offiziell" sind aber nur die Messungen des DWD, das kommt auch daher, dass der DWD lange Zeit eine Behörde war und auch heute noch viele Mitarbeiter im Beamtenstatus sind (Wie bei der Bahn oder bei der Post). Lange Zeit hatte der DWD sozusagen das Monopol auf  alles, was des Wetter betrifft, in Deutschland.

 

Der inoffizielle Hitze-Rekord für Deutschland betrug bisher 40,3°C, gemessen von einem privaten Wetterdienst im Saarland im August 2003.

Am Sonntag, 5.Juli 2015 wurde dieser Wert nun auch offiziell an der DWD in Kitzingen am Main erreicht. Das ist somit der neue Rekord der offiziellen DWD-Stationen.

Bisher lag der Rekord bei 40,2°C. Der wurde schon 4 Mal erreicht. Am 13.August 2003 in Karlsruhe und in Freiburg, am 9.August 2003 in Karlsruhe und am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf/Oberpfalz). Letzteres galt also über 20 Jahre lang als absoluter Temperatur-Rekord in Deutschland..

Inoffiziell wurden die 40,2°C zuletzt am 27.Juli 2013 eben auch wieder an der Hertzstraße in Karlsruhe gemessen. Nur, da war die Station eben nicht mehr vom DWD, sondern inzwischen vom KIT. Der DWD ist ja bekanntlich schon 5 Jahre vorher nach Rheinstetten umgezogen. Die KIT-Station befindet sich aber haargenau am gleichen Ort, wie die alte DWD-Station.

Sowohl die KIT-Station an der Hetzstraße in Karlsruhe, als auch die DWD-Station in Kitzingen sind bei Fachleuten etwas umstritten, wegen ihrer Lage. Dennoch wurden an diesen Orten die Temperaturen eben so gemessen! Da war's einfach so heiß!