Stand 21.11.2019

 

Das Wetter für den Südwesten

                

 

Neblig-trüb, kaum Sonne

 

In den nächsten Tagen ändert sich das ruhige trockene Wetter kaum. Die Sonne kommt am ehesten auf den Bergen heraus. Im Flachland hat sie nur örtlich eine Chance.
Allerdings wird es tagsüber etwas milder mit Temperaturen bis 10°C.
Aber nächste Woche, da ändert sich dann was: Dann bekommen wir eine Südwestlage, der Wind frischt deutlich auf und bringt auch Regen mit und vor allem deutlich wärmere Luft.
Nach den derzeitigen Vorhersagen sind dann Mitte nächster Woche Temperaturen um 15°C möglich!
Der Winter hat in den Mittelgebirgen vorerst keine Chance und im Flachland schon gar nicht.




Klimawandel

 

Es dürfte inzwischen wohl fast jedem klar sein, dass sich das Klima auf der ganzen Erde ändert. Und dieser Änderungsprozess ist noch lange nicht zu Ende.
Niemand kann im Moment vorhersagen, zu welchen Verhältnissen die globale Erwärmung langfristig führen wird. Selbst die mittelfristigen Prognosen gehen erheblich auseinander.
Das Wetter ist reine Physik, wenn man etwas daran beeinflusst, werden die Folgen davon unvermeidlich. Nur weiß niemand genau, wie die Folgen sein werden.

Wir erleben es ja ständig. Die Temperaturen werden immer höher und damit steigt als Folge auch das Risiko von extremen Stürmen oder Hochwasser. Wir nennen es dann „Rekord“.
Für die Medien ein gefundenes Fressen, über Rekorde lässt sich immer gut berichten.
Aber wohin soll das führen, wenn wir jedes Jahr einen neuen Wetterrekord bekommen?
Alle seriösen Wissenschaftler schlagen Alarm, die Klimaerwärmung nimmt sehr bedenkliche Ausmaße an, die Katastrophe ist kaum noch aufzuhalten! Die ständig fortschreitende Erwärmung, weltweit, wird in einigen Jahren oder Jahrzehnten zur Katastrophe, zur humanen Tragödie, mit einem Ausmaß, wie wir es wahrscheinlich noch nie hatten.
Ganze Länder werden z.B. durch Anstieg des Meeresspiegels unbewohnbar. Die Menschen müssen ihre Heimat verlassen, müssen irgendwo hin. Nicht nur irgendwo auf der Welt, auch in Europa, auch in Deutschland.
Das passiert natürlich nicht innerhalb von ein paar Jahren, das dauert Jahrzehnte. Aber innerhalb von 50 oder 100 Jahren, innerhalb von einem Menschenleben kann sich viel ändern.
Man kann sich jedenfalls gut ausmalen, was passiert, wenn wir ständig mehr Menschen werden, auf der Erde, aber die bewohnbare Fläche immer kleiner wird.
Es wird in den kommenden Jahrzehnten Flüchtlingsströme geben in einem Ausmaß, wie wir sie uns noch gar nicht vorstellen können.
Wir brauchen keine neuen Wetterrekorde, aber wir bekommen sie, ob wir wollen oder nicht! Jedes Jahr! Immer schlimmer!
Ja, wir sollten in der Tat Angst haben vor dem, was uns bevorsteht und es uns nicht herbeisehnen, aus Sensationslust!

Es wird von manchen Leuten immer wieder die Ansicht vertreten, dass es ja schon immer Klimaänderungen gab. Und dass es gar nicht sicher sei, dass die derzeitige Veränderung tatsächlich durch uns selbst verursacht wird.
Ja, das stimmt. Es gab schon immer Veränderungen. Es gab Zeiten, in denen es deutlich kälter war, als derzeit und es gab Zeiten, in denen es wärmer war. Und obwohl diese Veränderungen deutlich langsamer waren, als die derzeitige Erwärmung, haben sie immer zu großen Völkerwanderungen geführt. Sie haben sogar zu massenhaftem Aussterben geführt, so z.B. die großen Eiszeiten.
Es gab auch eine sogenannte „kleine Eiszeit“, die im Mittelalter begann und bis ins vorletzte Jahrhundert dauert. Sie führte auch dazu, dass viele Menschen, vor allem aus Nordeuropa nach Amerika auswanderten. Heute gibt es allerdings kein unbewohntes Land mehr, oder Land, das man „erobern“ könnte.
Die kleine Eiszeit endete Anfang des vorletzten Jahrhunderts. Zu dieser Zeit reichten z.B. die norwegischen Gletscher fast bis ans Meer, heute sind sie nur noch in hohen Gebirgslagen zu finden. Die natürliche Erwärmung seit dem Ende dieser kleinen Eiszeit war kaum wahrnehmbar und betrug etwa 0,5°C in 100 Jahren. Das war im normalen Leben kaum zu bemerken.
Es gab auch kurzfristig schnellere Änderungen, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung, z.B. durch gewaltige Vulkanausbrüche, die große Mengen Asche in die Atmosphäre schleuderten. Solche Ereignisse konnten das Klima durchaus für mehrere Jahre weltweit beeinflussen. Doch das konnte sich immer wieder regenerieren. Die derzeitige Geschwindigkeit der Erwärmung ist aber deutlich schneller und beträgt bei uns z.B. in den letzten 50 Jahren schon über 2°C. Das ist sehr viel! Und sie wird immer schneller und ist inzwischen selbst in 10 Jahren deutlich wahrnehmbar. Und die Erwärmung ist anhaltend. Es ist kein Ende in Sicht, weil die Gründe dafür nicht beendet oder verringert sind.

Es ist inzwischen eindeutig wissenschaftlich erwiesen: Die derzeitige globale Erwärmung ist in jedem Fall maßgeblich von uns Menschen verursacht. Nur weiß niemand eine wirklich gute Lösung für das Problem.
Schlimm genug, dass wir die bevorstehende Klimakatastrophe durch unser Tun, durch unseren Wirtschaftswachstumswahnsinn, durch unsere Bequemlichkeit, durch unsere Genusssucht und unsere Geldgier selbst verursachen. Wir zerstören unseren eigenen Lebensraum, unsere Lebensgrundlage. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir selber sitzen!
Die klimatischen Bedingungen, das klimatische Gleichgewicht ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass auf unserer Erde Leben möglich ist. Wenn wir dieses Gleichgewicht zerstören, ändern, sind diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt!

Eine Lösung für das Problem wird es wohl mittelfristig nicht geben. Um die Erwärmung längerfristig zu stoppen, müssten wir den Energieverbrauch und den damit verbunden Schadstoffausstoß drastisch verringern. Und das ist kaum umsetzbar, da die Bevölkerung auf der Erde immer weiter anwächst und jeder einen Bedarf an Energie hat. Erst wenn wir genügend alternative Energie erzeugen können, kann der Schadstoffausstoß durch fossile Brennstoffe deutlich verringert werden. Wenn diese Brennstoffe, wie Erdöl, Kohle, Gas erst mal verbraucht sind, muss es gehen. Doch das führt dann aus heutiger Sicht vermutlich zu anderen Katastrophen.

Wie die Zukunft aussieht, wie die Folgen der Erwärmung von Luft und Wasser auf der Erde sind, das weiß niemand vorherzusagen. Viele Szenarien sind denkbar. Die Wassermenge auf der Erde ist immer gleich, nur der Aggregatzustand ändert sich. Wasser kann in gefrorenem Zustand als Eis, in flüssigem Zustand oder eben in gasförmigem Zustand als Wasserdampf vorkommen. Dieser ist erst sichtbar, wenn sich Wolken bilden.
Durch die Erwärmung wird mehr Eis schmelzen, also flüssig werden, das ist sicher. Es kann aber auch mehr Wasser verdampfen, sodass sich mehr Wolken bilden können und es damit auch mehr regnen würde. Das könnte zumindest gebietsweise wieder zur Abkühlung führen. Andererseits steigt mit der Temperatur auch der Taupunkt, also die Temperatur, an dem Wasserdampf kondensiert. Das würde die Wolkenbildung wieder reduzieren. Durch vermehrte Niederschläge könnten in Gebirgslagen die vergletscherten Flächen wieder größer werden und für Wärmeabstrahlung sorgen. Durch weniger Niederschläge und weiter ansteigende Temperaturen würden die Gletscher möglicherweise ganz verschwinden und auch die vereisten Gebiete in den Polarregionen kleiner werden. Dieses Szenario der verschwindenden Eisflächen ist derzeit am wahrscheinlichsten und würde zu einer Beschleunigung der Erwärmung führen.
Durch die Erwärmung der Ozeane, die ja mit der Lufterwärmung einhergeht, ist es möglich, dass sich Meeresströmungen ändern, langsamer werden, ihre Strömungsrichtung ändern. Das würde zu einer extremen Klimaveränderung auf der Erde führen und zu einer starken Verschiebung von Klimazonen. Es kann auch durch die Erwärmung der Luft passieren, dass sich Klimazonen verschieben, dass es in heutigen Wüsten mehr regnet oder dass heutige fruchtbare, feuchte Gebiete zur Wüste werden. Es ist vieles denkbar.
Das ist alles sehr komplex. Es gibt viele Berechnungen und Hypothesen, eine sichere Vorhersage kann niemand machen.

Sicher ist nur: Wir können so weiter machen, wie bisher. Aber wenn wir das tun, wenn wir unsere Lebensweise nicht ändern, dann müssen wir auch dazu bereit sein, mit den Folgen zu leben! Wie auch immer diese aussehen werden.




Das Jahr 2018

 

Die markantesten Merkmale des Wetters im Jahr 2018 waren die Wärme und vor allem in der zweiten Jahreshälfte die anhaltende Trockenheit.
Dabei begann das Jahr eigentlich sehr nass und der viele Regen sorgte im Januar für eine extreme Flutwelle am Rhein.
Die Temperaturen waren dabei viel zu warm, es war der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Der Februar machte zunächst da weiter, wo der Januar aufhörte, mild und regnerisch. Doch wurde es dann in der zweiten Monatshälfte doch kühler.
Ganz am Ende wurde es dann sogar richtig kalt, mit so ziemlich den kältesten Temperaturen, die Ende Februar überhaupt noch möglich sind.
Der März begann dann winterlich. Nichts mit Frühling! Schnee! Und das bis ganz runter an den Rhein!
In der zweiten Märzwoche wurden dann die Tage am Rhein schon mal etwas frühlingshafter, doch das dauerte nicht lange, dann kam der Schnee wieder.
Überhaupt, „Frühling“, den gab es eigentlich nicht. Denn wenige Tage nach dem Frost war schon der Sommer da, mit 25°C am Rhein, am 3.April.
Der April blieb dann frühsommerlich, der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen.
Und im Mai wurde es dann schon richtig Sommer, bis zu 33°C, Regen gab es auch noch genug.
Dieses schwülwarme Wetter setzte sich dann zunächst auch im Juni noch fort. Doch ab der Monatsmitte änderte sich das dann. Es blieb zwar hochsommerlich warm, aber trocken.
Die Trockenheit blieb dann im Juli bestehen, auch wenn es doch häufiger mal Schauer und Gewitter gab, die aber oft regional beschränkt blieben.
Die Temperaturen blieben bis Mitte Juli im erträglichen Bereich, die ganz große Hitze blieb zunächst aus, doch ab Mitte Juli bis weit in den August gab es dann anhaltende große Hitze.
In der zweiten Augusthälfte wurde die Dürre immer extremer und nahm teilweise katastrophale Ausmaße an.
Auch im September gab es weiterhin anhaltende Hitze, die am 21.Sept. zu Ende ging.
Doch zu Ende war der Sommer damit noch lange nicht, denn auch im Oktober blieb es spätsommerlich warm und viel zu trocken. Nach dem 21.Oktober war der Sommer dann endgültig vorbei.

Sehr mild und viel zu trocken ging es auch im November weiter, erst der Dezember brachte dann endlich mal richtig viel Regen. Es blieb aber deutlich zu warm.
Schnee gab es trotzdem kurzfristig mal bis ganz runter, Sonntagmorgens, es war der 16.Dezember. Weihnachten dann wieder mild, wie fast immer, danach kalt und trocken.


Die Messwerte 2018

Wie immer gab es auch 2018 wieder große Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten (DWD) und in Karlsruhe an der Hertzstraße (KIT).

                                                                                                                                       

Temperatur:

Absolutes Maximum:   Hertzstraße 39,8°C (31.Juli), Rheinstetten: 36,4°C (3.August)

AbsolutesMinimum:    Hertzstraße -11,2°C (28.Februar), Rheinstetten: -12,0°C (28.Februar)

Tagesmittel:   Hertzstraße  13,2°C,   Rheinstetten 12,3°C

 

Tage mit >25°C (Sommertage):  Hertzstraße 131, Rheinstetten 104

Tage mit >30°C (Hitzetage):  Hertzstraße 79, Rheinstetten 38

Tage mit Minimum <0°C (Frosttage):  Hertzstraße 47, Rheinstetten 55         

Tage mit Maximum <0°C (Eistage):  Hertzstraße 4, Rheinstetten 5

 

Niederschlag: (Rheinstetten)

Gesamtniederschlagsmenge: 575mm

Max/24Std: 29 (11.Juni)

 

Tage mit Schneefall/Schneeregen:  10

Tage mit Schneedecke:  6




 

 

 

Messstationen

 

Es gibt deutliche Unterschiede, nicht nur bei der Temperatur, begründet durch den Standort der Wetterstation. Im Wald herrschen ganz andere Bedingungen, als draußen auf dem freien Feld und in der Innenstadt oder am unmittelbaren Stadtrand ist es wieder ganz anders.

Deshalb liefert die Messstation des KIT Campus Nord mitten im Hardtwald auch immer ganz andere Ergebnisse, als am Physikhochhaus in den Parkanlagen des Campus Süd oder an der Hertzstraße auf einer Wiese ein paar Meter neben einem Parkplatz im Industriegebiet am nordwestlichen Stadtrand. Und draußen auf der freien Fläche des ehemaligen Flugplatzes in Rheinstetten, wo die Station des DWD steht, sind wieder ganz andere Bedingungen. Wie auch immer, am gegebenen Standort sind die Bedingungen eben so, wie sie sind.

Für die meisten Menschen, die nicht gerade Förster, Waldarbeiter oder Bauer von Beruf sind, spiegeln aber die Bedingungen im Industriegebiet oder in der Innenstadt am ehesten das wieder, was sie täglich erleben.

Allerdings sind die Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten und in Karlsruhe an der Hertzstraße doch, vor allem im Sommer teilweise sehr hoch. Alleine durch die unterschiedlichen Standorte können diese Unterschiede nicht immer erklärt werden.

 

Wenn man eine Messstation für die natürlichen Bedingungen hier am Oberrhein nehmen wollte, dann ist am ehesten noch die im Campus Nord repräsentativ, den sie spiegelt am meisten die Bedingungen wieder, die hier vor 300 Jahren herrschten, bevor die Stadt erbaut wurde.

Am Repräsentativsten wäre wohl eine Station in den Rheinauen bei Daxlanden, in der Fritschlach oder in Rappenwört. Das ist nahezu unverfälschtes Oberrheinklima, so wie es früher, so wie es hier schon immer war. Stickig, feucht, schwül. Im Sommer warm bis heiß, im Winter eher mild.

 

 

"Wetterrekorde" und Wetterdienste

 

Der Deutsche Wetterdienst DWD beansprucht für sich ganz alleine, die einzigen waren Messwerte zu liefern. Die Messungen anderer Stationen wie z.B. das KIT in Karlsruhe oder private Wetterdienste werden nicht als "offiziell" anerkannt. Auch wenn die KIT-Station an der Hertzstraße über 41°C gemessen hat, ist das kein offizieller Rekord, obwohl diese Temperatur sonst noch nie in Deutschland gemessen wurde. Ein offizieller Wetter-Rekord kann nur aufgestellt werden, wenn er an einer DWD-Station gemessen wurde, ob das nun Temperatur, Niederschlagsmenge, Windgeschwindigkeit ist.

Man kann aber eigentlich wohl schon davon ausgehen, dass die Meteorologen von privaten Wetterdiensten und die Wissenschaftler am KIT ebenso gut wissen, wie man Wetterstationen aufstellt und abließt, wie die Leute vom DWD.

"Offiziell" sind aber nur die Messungen des DWD, das kommt auch daher, dass der DWD lange Zeit eine Behörde war und auch heute noch viele Mitarbeiter im Beamtenstatus sind (Wie bei der Bahn oder bei der Post). Lange Zeit hatte der DWD sozusagen das Monopol auf  alles, was des Wetter betrifft, in Deutschland.

 

Der inoffizielle Hitze-Rekord für Deutschland betrug bisher 40,3°C, gemessen von einem privaten Wetterdienst im Saarland im August 2003.

Am Sonntag, 5.Juli 2015 wurde dieser Wert nun auch offiziell an der DWD in Kitzingen am Main erreicht. Das ist somit der neue Rekord der offiziellen DWD-Stationen.

Bisher lag der Rekord bei 40,2°C. Der wurde schon 4 Mal erreicht. Am 13.August 2003 in Karlsruhe und in Freiburg, am 9.August 2003 in Karlsruhe und am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf/Oberpfalz). Letzteres galt also über 20 Jahre lang als absoluter Temperatur-Rekord in Deutschland..

Inoffiziell wurden die 40,2°C zuletzt am 27.Juli 2013 eben auch wieder an der Hertzstraße in Karlsruhe gemessen. Nur, da war die Station eben nicht mehr vom DWD, sondern inzwischen vom KIT. Der DWD ist ja bekanntlich schon 5 Jahre vorher nach Rheinstetten umgezogen. Die KIT-Station befindet sich aber haargenau am gleichen Ort, wie die alte DWD-Station.

Sowohl die KIT-Station an der Hetzstraße in Karlsruhe, als auch die DWD-Station in Kitzingen sind bei Fachleuten etwas umstritten, wegen ihrer Lage. Dennoch wurden an diesen Orten die Temperaturen eben so gemessen! Da war's einfach so heiß!