Stand 20.7.2018

 

Das Wetter für den Südwesten

                

 

Schwül und gewittrig

 

Am Freitag ist es heiß mit Temperaturen bis zu 35°C am Rhein. Über dem Schwarzwald bilden sich aber bald Schauer und Gewitter.
Am Abend und in der Nacht zum Samstag gibt es dann verbreitet Schauer und Gewitter, die örtlich auch heftig sein können.
Etwas Abkühlung gibt es dann am Samstag. Es ist sehr schwül und dampfig und es entwickeln sich in der feuchtwarmen Luft immer wieder Schauer und Gewitter.
Die Höchsttemperaturen erreichen um 25°C.
Auch am Sonntag bleibt es schwül und gewittrig, bei Temperaturen von 25°C–30°C.
Nächste Woche ist es dann wieder trocken und heiß mit Temperaturen meist über 30°C.

Es gibt am Wochenende Regen, in Form von Schauern und Gewittern, aber die kommen eben nicht überall. Dort, wo es regnet, kommen in Gewittern große Mengen Niederschlag,
aber ein großer Teil des Wassers fließt dann oberflächlich ab oder verdunstet bevor es versickern kann. Mancherorts kommt auch gar nichts oder nur wenig runter, sodass kein Ende der
Dürre abzusehen ist. Vor allem im Nordosten, wo die Dürre an schlimmsten ist, wird wahrscheinlich nicht viel Regen ankommen.

Auch in Skandinavien gibt es zurzeit extreme Hitze und Trockenheit. Selbst ganz im Norden, in Lappland gibt es außergewöhnliche Hitze mit Temperaturen, die fast überall über 30°C liegen.
Selbst nachts kühlt es kaum ab, denn die Sonne scheint nördlich des Polarkreises rund um die Uhr und mancherorts liegen auch die tiefsten Temperaturen bei 25°C, örtlich sogar bei 29°C.
Es ist auch dort viel zu trocken und hat vielerorts seit Monaten keine größeren Niederschläge mehr gegeben, selbst in Gebieten, die normalerweise fast tägliche Regen haben.
Die Folgen sind vor allem auch in Schweden verheerende Waldbrände, die vielerorts völlig außer Kontrolle sind.
Die nächsten Tage sollen dort aber etwas Abkühlung auf normale Verhältnisse bringen.


Frühling /Sommer 2018
Durchweg deutlich zu warm und vor allem auch viel zu trocken zeigte sich der Frühling und Frühsommer ab April in diesem Jahr.
Der April brachte vielerorts Rekordwärme, bei sehr sonnigem Wetter mit wenig Niederschlag.
Im Mai wurde es dann feuchter, es regnete häufiger und war dabei aber trotzdem deutlich zu warm. Bei zeitweise großer Schwüle bildeten sich häufig Schauer und Gewitter.
In der zweiten Monatshälfte wurde es dann schon richtig hochsommerlich.
Dieses schwülwarme Wetter setzte sich dann zunächst auch im Juni noch fort. Doch ab der Monatsmitte änderte sich das dann. Es blieb zwar hochsommerlich warm, aber trocken.
Die Trockenheit blieb dann bestehen und auch Mitte Juli ist noch keine deutliche Änderung zu erwarten, auch wenn es doch häufiger mal Schauer und Gewitter geben wird, die aber oft regional beschränkt bleiben.
Die Temperaturen blieben bis Mitte Juli im erträglichen Bereich, die ganz große Hitze blieb bisher aus, es gab aber in den letzten Monaten seit Anfang April auch keine markanten Kälteeinbrüche.


Der Winter 2017/18 war von der Temperatur insgesamt ziemlich im Durchschnitt und er war zu nass. Allerdings waren die Wintermonate sehr unterschiedlich.
Der Dezember war alles in allem mit einem Mittel von 3,7°C (Karlsruhe Hertzstraße) im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Mit 88mm Niederschlag war es zu nass.
Mit einer Durchschnittstemperatur von 6,7°C z.B. in Rheinstetten hatten wir den wärmsten Januar, der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Raum Karlsruhe gemessen wurde.
Mit 128mm Niederschlag, im Flachland durchweg als Regen, brachte der Januar etwa die doppelte Niederschlagsmenge, als normal.
Der Februar war deutlich kälter und im Temperaturmittel mit knapp 1°C in Karlsruhe deutlich unter dem langjährigen Mittel der letzten 30 Jahre (3,9°C).
Natürlich hat da die Kältewelle der letzten Februartage den Durchschnitt noch deutlich nach unten korrigiert!
Mit rund 30mm Niederschlag war es auch deutlich trockener, in den letzten 10 Tagen fiel z.B. in Karlsruhe überhaupt kein Niederschlag.
Alles in allem gibt es dann über alle 3 Monate ein Temperaturmittel, das dem langjährigen Durchschnitt entspricht.



Das Jahr 2017

 

Das markanteste im ersten Halbjahr war, dass es durchweg viel zu trocken war.

Der Winter 2016/17 begann im Dezember wie so häufig eher weniger winterlich. Bei einer fast ständigen Hochdruckwetterlage gab es in den Tälern viel Nebel und im ganzen Monat nur 6,1mm Niederschlag in Karlsruhe. Die Temperaturen lagen tagsüber im Durchschnitt bei knapp 5°C, nachts um 0°C. Zum Ende des Monats gab es dann doch noch Dauerfrost, der in Verbindung mit dem Nebel zum Jahreswechsel zu einer dicken Raureifschicht führte, die das Land zumindest für einige Tage in ein winterliches Gewand hüllte.

Der Januar brachte dann winterliche Kälte, aber viel Schnee fiel trotzdem nicht, und die 1-3cm, die nachts fielen sind am Rhein dann meist auch tagsüber schnell wieder weg getaut. Mit ca. 20mm Gesamtniederschlag blieb auch der Januar sehr trocken. Mit einer Durchschnittstemperatur von -1,4°C an der DWD-Station in Rheinstetten war es hier der kälteste Januar seit 2009 (-2,1°C).

Ähnlich kalt war es auch im Januar 1997 und noch deutlich kälter war es hier in der Region in den Wintern 1985 und 1987. In allen 3 Jahren lag die DWD-Wetterstation aber noch in Karlsruhe an der Hertzstraße, wo es meisten etwas wärmer ist.

Mit -12°C in Rheinstetten und -10,7°C an der Hertzstraße brachte der 22.Januar die kälteste Temperatur im Winter 2017.

Im Februar ging der Winter dann sehr bald zu Ende, bereits Mitte Februar sind schon viele Zugvögel angekommen, da war eigentlich klar, dass der Winter 2017 zumindest im Flachland ausgedient hat. Das hat sich dann auch so bestätigt. Mit knapp 10°C im Mittel am Tage und 5,1°C als Durchschnittstemperatur war der Februar recht mild, einer der wärmsten überhaupt. Mit 18,4°C war der 23.Februar der mildeste Tag, an der KIT-Station in der Hertzstraße in Karlsruhe wurden 20,5°C als Maximum gemessen. Der Februar war lange auch ziemlich trocken, erst die letzten Tage brachten dann mal etwas mehr Regen.

Insgesamt war der Winter 2016/17 abgesehen vom Januar zu mild und vor allem durchweg viel zu trocken.

Der März machte so weiter, wie der Februar, es war durchweg sehr warm und zu trocken. Zum Monatsende wurde es fast schon sommerlich, an der Wetterstation in der Hertzstraße wurde sogar 2 Sommertage gemessen, mit bis zu 26,2°C. Der April knickte dann was die Wärme betrifft etwas ein, er war dann so etwa im langjährigen Durchschnitt. Der erhoffte Regen blieb aus. Mit gerade mal knapp 20mm Niederschlag war es viel zu trocken. Sommertage gab es in der Hertzstraße 2, in Rheinstetten nur einen. Der Mai brachte dann etwas Regen, aber das reichte bei weitem nicht, um das Defizit aus den Monaten davor auch nur annähernd aufzufüllen. Und nach einer relativ kühlen ersten Monatshälfte wurde es in der zweiten Hälfte des Mai schon richtig hochsommerlich mit Temperaturen von teilweise deutlich über 30°C, an der Hertzstraße bis zu 36,3°C - die heißeste Temperatur, die an dieser Station jemals in einem Mai gemessen wurde.

Insgesamt war der Frühling deutlich zu warm und viel zu rocken.

Der Juni brachte fast durchweg große Hitze mit nur kurzen Verschnaufpausen. Abgesehen von einer kurzen Regenperiode ausgerechnet an Pfingsten war es auch wieder viel zu trocken. Die höchste Temperatur von 39,0°C an der Hertzstraße war auch gleichzeitig der Rekord für den Monat Juni an dieser Station.

Der Juli brachte dann endlich auch reichlich Regen, doch damit wurde das Wetter dann auch unbeständiger mit ständigem Wechsel zwischen trockenen, sehr heißen Phasen und regnerischen, gewittrigen und eher herbstlich kühlen Perioden. Teilweise eine richtige Achterbahn! Der August blieb zunächst mal hochsommerlich. Nach einem kurzem Knick am 10. und 11. August mit ziemlich herbstlichem Flair erholte sich das Wetter schnell wieder und dann stellten sich auch schnell wieder Sommertage und Hitzetage ein. Die blieben mit maximal 34,3°C, bzw. 31,9°C (30.August) zwar moderat, aber die Schwüle machte die Hitze dann doch ziemlich schweißtreibend. Am 31.August gab es dann einen markanten Herbsteinbruch mit einem Temperatursturz von rund 14°C an der Hertzstraße. Der meiste Niederschlag fiel vom 10. bis 12.August.

Der September konnte keine Sommergefühle mehr wecken, am 5.September gab es zwar noch mal mehr als 25°C, aber ansonsten war der September fast durchweg schon recht herbstlich. In den letzten Tagen wurde es noch mal wärmer, da wurden an der Hertzstraße noch an 3 Tagen über 25°C gemessen.

Der Herbst brachte dann Temperaturen, die meistens leicht über dem langjährigen Mittel lagen. Die Sonne machte sich rar, oft war es bedeckt oder trübe, der Dezember zeigte oft nasskalten Charakter, zum Jahresende wurde es aber noch mal sehr mild.

Insgesamt war die erste Jahreshälfte deutlich zu trocken, das machte die zweite Hälfte aber wieder mehr als wett und am Ende lag die Niederschlagsmenge mit 822mm deutlich über dem langjährigen Mittel.

 

 

Die Messwerte 2017

Wie in den letzten Jahren gab es auch 2017 wieder große Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten (DWD) und in Karlsruhe an der Hertzstraße (KIT).

                                                                                                                                       

Temperatur:

Absolutes Maximum: Hertzstraße 39,0°C (22.Juni), Rheinstetten: 34,7°C (22.Juni)

Absolutes Minimum:  Hertzstraße -10,4°C (22.Jaunar), Rheinstetten: -12,0°C (22.Januar)

Tagesmittel: Hertzstraße  12,2°C,  Rheinstetten 11,4°C

 

Tage mit >25°C (Sommertage): Hertzstraße 104, Rheinstetten 71

Tage mit >30°C (Hitzetage): Hertzstraße 49, Rheinstetten 24

Tage mit Minimum <0°C (Frosttage): Hertzstraße 44, Rheinstetten 63         

Tage mit Maximum <0°C (Eistage): Hertzstraße 5, Rheinstetten 8

 

Niederschlag: (Rheinstetten)

Gesamtniederschlagsmenge: 822mm

Max/24Std: 62 (13.September)

 

Tage mit Schneefall/Schneeregen: 22

Tage mit Schneedecke: 14

 

 

 

Messstationen

 

Es gibt deutliche Unterschiede, nicht nur bei der Temperatur, begründet durch den Standort der Wetterstation. Im Wald herrschen ganz andere Bedingungen, als draußen auf dem freien Feld und in der Innenstadt oder am unmittelbaren Stadtrand ist es wieder ganz anders.

Deshalb liefert die Messstation des KIT Campus Nord mitten im Hardtwald auch immer ganz andere Ergebnisse, als am Physikhochhaus in den Parkanlagen des Campus Süd oder an der Hertzstraße auf einer Wiese ein paar Meter neben einem Parkplatz im Industriegebiet am nordwestlichen Stadtrand. Und draußen auf der freien Fläche des ehemaligen Flugplatzes in Rheinstetten, wo die Station des DWD steht, sind wieder ganz andere Bedingungen. Wie auch immer, am gegebenen Standort sind die Bedingungen eben so, wie sie sind.

Für die meisten Menschen, die nicht gerade Förster, Waldarbeiter oder Bauer von Beruf sind, spiegeln aber die Bedingungen im Industriegebiet oder in der Innenstadt am ehesten das wieder, was sie täglich erleben.

Allerdings sind die Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten und in Karlsruhe an der Hertzstraße doch, vor allem im Sommer teilweise sehr hoch. Alleine durch die unterschiedlichen Standorte können diese Unterschiede nicht immer erklärt werden.

 

Wenn man eine Messstation für die natürlichen Bedingungen hier am Oberrhein nehmen wollte, dann ist am ehesten noch die im Campus Nord repräsentativ, den sie spiegelt am meisten die Bedingungen wieder, die hier vor 300 Jahren herrschten, bevor die Stadt erbaut wurde.

Am Repräsentativsten wäre wohl eine Station in den Rheinauen bei Daxlanden, in der Fritschlach oder in Rappenwört. Das ist nahezu unverfälschtes Oberrheinklima, so wie es früher, so wie es hier schon immer war. Stickig, feucht, schwül. Im Sommer warm bis heiß, im Winter eher mild.

 

 

"Wetterrekorde" und Wetterdienste

 

Der Deutsche Wetterdienst DWD beansprucht für sich ganz alleine, die einzigen waren Messwerte zu liefern. Die Messungen anderer Stationen wie z.B. das KIT in Karlsruhe oder private Wetterdienste werden nicht als "offiziell" anerkannt. Auch wenn die KIT-Station an der Hertzstraße über 41°C gemessen hat, ist das kein offizieller Rekord, obwohl diese Temperatur sonst noch nie in Deutschland gemessen wurde. Ein offizieller Wetter-Rekord kann nur aufgestellt werden, wenn er an einer DWD-Station gemessen wurde, ob das nun Temperatur, Niederschlagsmenge, Windgeschwindigkeit ist.

Man kann aber eigentlich wohl schon davon ausgehen, dass die Meteorologen von privaten Wetterdiensten und die Wissenschaftler am KIT ebenso gut wissen, wie man Wetterstationen aufstellt und abließt, wie die Leute vom DWD.

"Offiziell" sind aber nur die Messungen des DWD, das kommt auch daher, dass der DWD lange Zeit eine Behörde war und auch heute noch viele Mitarbeiter im Beamtenstatus sind (Wie bei der Bahn oder bei der Post). Lange Zeit hatte der DWD sozusagen das Monopol auf  alles, was des Wetter betrifft, in Deutschland.

 

Der inoffizielle Hitze-Rekord für Deutschland betrug bisher 40,3°C, gemessen von einem privaten Wetterdienst im Saarland im August 2003.

Am Sonntag, 5.Juli 2015 wurde dieser Wert nun auch offiziell an der DWD in Kitzingen am Main erreicht. Das ist somit der neue Rekord der offiziellen DWD-Stationen.

Bisher lag der Rekord bei 40,2°C. Der wurde schon 4 Mal erreicht. Am 13.August 2003 in Karlsruhe und in Freiburg, am 9.August 2003 in Karlsruhe und am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf/Oberpfalz). Letzteres galt also über 20 Jahre lang als absoluter Temperatur-Rekord in Deutschland..

Inoffiziell wurden die 40,2°C zuletzt am 27.Juli 2013 eben auch wieder an der Hertzstraße in Karlsruhe gemessen. Nur, da war die Station eben nicht mehr vom DWD, sondern inzwischen vom KIT. Der DWD ist ja bekanntlich schon 5 Jahre vorher nach Rheinstetten umgezogen. Die KIT-Station befindet sich aber haargenau am gleichen Ort, wie die alte DWD-Station.

Sowohl die KIT-Station an der Hetzstraße in Karlsruhe, als auch die DWD-Station in Kitzingen sind bei Fachleuten etwas umstritten, wegen ihrer Lage. Dennoch wurden an diesen Orten die Temperaturen eben so gemessen! Da war's einfach so heiß!