Stand 25.2.2017

 

Das Wetter für den Südwesten

 

 

Sonniger Samstag, nächste Woche wieder Sturm!

 

Heute wird es nach der frostigen Nacht oft sonnig. Es ziehen hohe Wolkenfelder durch, aber die stören den freundlichen Gesamteindruck kaum. Die Temperaturen erreichen am Rhein am Nachmittag bis zu 12°C. Der Wind aus Südwest ist heute keine große Sache. Am Abend verdichten sich dann die Wolken von Westen, sie bringen aber keinen Niederschlag. Sie sorgen aber dafür, dass die Nacht zum Sonntag meist frostfrei bleibt.

Der Sonntag beginnt zunächst bedeckt, vor allem Richtung Osten kann es auch etwas regnen. Am Nachmittag hat dann vor allem in der Pfalz und in Nordbaden auch die Sonne wieder Chancen. Die Temperaturen erreichen am Oberrhein schon wieder bis zu 14°C. Der Wind aus Südwest ist schon wieder spürbar.

Der Rosenmontag beginnt meist sonnig und die Temperaturen erreichen um 15°C. Leider ziehen aber von Nordwesten schon bald die Wolken eines Sturmtiefs herein und die bringen dann etwa ab Mittag, also pünktlich zum Start der Rosenmonatszüge am Rhein schon deutlich kräftigeren Wind mit, der in Böen schon stürmisch werden kann. Regen gibt es zunächst nur vereinzelt, doch gegen Abend kommt dann von Westen ein Niederschlagsgebiet, das dann in den Nacht zum Dienstag kräftigen Regen bringt.

Der Faschingsdienstag wird wohl wahrscheinlich der unangenehmste Tag der nächsten Woche, es gibt anhaltenden kräftigen Regen und stürmischen Wind. Im Flachland sind Sturmböen bis zu 75km/h vorhergesagt, in den Hochlagen des Schwarzwaldes sind sogar schwere Sturmböen vorhergesagt. Dort gibt es den ganzen Tag kräftigen Schneefall. Dazu ist es nasskalt, in den Niederungen bis maximal 8°C, in den Hochlagen des Schwarzwaldes um 0°C.

Im weiteren Verlauf der nächsten Woche gibt es dann weitere Niederschläge, es bleibt sehr windig bis stürmisch und wird aber wieder milder.

 

 

 

Das Jahr 2016

 

Viele Wetterpropheten hatten ja für das letzte Jahr einen Jahrhundertwinter vorhergesagt. Die Tatsachen sahen dann doch ganz anders aus. Nur ganz selten verirrten sich Mitte Januar und Ende Februar mal ein paar Schneeflocken bis ganz runter und am 23.Februar hat sich bei anhaltendem starken Schneeregen mal kurzfristig auf den Wiesen in Karlsruhe eine dünne Schneedecke gebildet, aber im Laufe des Tages stieg die Temperatur dann deutlich an, sodass der winterliche Zauber schnell dahin schmolz. Das war es aber auch schon in Sachen Winter - es war einer der mildesten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Winter zeigte sich eigentlich nur in der dritten Januar-Woche kurzfristig, da gab es sogar 4 "Eistage" mit Dauerfrost, die kälteste Temperatur im Raum Karlsruhe wurde in dieser Zeit in Rheinstetten mit -8,1°C gemessen.

Der Frühling war dann eher durchschnittlich, was die Temperatur betrifft. Dabei hat es vor allem im April und Mai sehr viel geregnet. "Sommertage" gab es im April gar keine, der Mai brachte in Rheinstetten 6 Tage mit mindestens 25,0°C, an der Hertzstraße in Karlsruhe deren 11. Hier gab es sogar einen "heißen Tag", am 22.Mai mit 30,2°C.  Der erste "Sommertag" kam am 7.Mai mit 25,9°C (Rheinstetten)

Auch der Sommer begann zunächst sehr regnerisch im Juni, allerdings war es dann doch relativ warm. Doch im Laufe des Juli bis weit in den September hinein entwickelte sich dann doch ein ganz ordentlicher Sommer mir warmen bis heißen Temperaturen bis zu 38,3°C (KA-Hertzstraße) und vor allem im August und September großer Trockenheit.

Der Herbst begann im September extrem warm bis heiß. Der September war absolut sommerlich und viel zu trocken. In vielen Regionen gab es zur Erntezeit große Dürre.

Der Oktober brachte dann endlich Regen, die Temperaturen lagen meist im Durchschnitt. Sommertage gab es keine mehr, Frosttage auch noch nicht. Mitte des Monats brachte eine erster Kälteeinbruch den höheren Bergen etwas Schnee, am Rhein hielt sich die Temperatur aber doch im angenehmen Bereich von durchweg über 10°C als Tagesmaxima. Auch der November begann mit durchschnittlichen Temperaturen und mit reichlich Regen. später blieb es trocken. Auch der Dezember brachte kaum Niederschlag. Die Gesamtniederschlagsmenge liegt am Jahresende ziemlich genau im Durchschnitt bei knapp 750mm in Karlsruhe.

Das Jahresmittel der Temperatur ist deutlich niedriger, als in den Jahren zuvor, es liegt bei 11,2°C auf den Feldern in Rheinstetten und 12,0°C im Industriegebiet an der Hertzstraße in Karlsruhe.

 

 

Die Messwerte 2016

Unerklärlich sind die großen Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten und in Karlsruhe an der Hertzstraße. Alleine durch die unterschiedlichen Standorte können diese Unterschiede nicht erklärt werden.

                                                                                                                                       

Temperatur:

Absolutes Maximum: Hertzstraße 38,3°C (20.Juli), Rheinstetten: 35,6°C (26.August)

Absolutes Minimum:  Hertzstraße -7,4°C (19.Jaunar), Rheinstetten: -8,1°C (19.Januar)

Tagesmittel: Hertzstraße  11,8°C

 

Tage mit >25°C (Sommertage): Hertzstraße 101, Rheinstetten 67

Tage mit >30°C (Hitzetage): Hertzstraße 47, Rheinstetten 17

Tage mit Minimum <0°C (Frosttage): Hertzstraße 47, Rheinstetten 60         

Tage mit Maximum <0°C (Eistage): Hertzstraße 4, Rheinstetten 8

 

Niederschlag: (Rheinstetten)

Gesamtniederschlagsmenge: 743mm

Max/24Std: 31,3mm (29.Mai)

 

Tage mit Schneefall/Schneeregen: 5

Tage mit Schneedecke: 1 (23.Februar, 1cm)

 

 

 

 

 

 

 

Das Jahr 2015

 

Wie schon in den Jahren zuvor, zeigte sich der Jahresbeginn recht mild. Nach dem es am Jahresende etwas geschneit hatte, brachten Januar und Februar wenig Winterliches. Mit -4,1°C als tiefste Temperatur konnten Januar und Februar kein Wässerchen gefrieren lassen. Ein paar Schneeflocken verirrten sich im Februar bis ganz runter an den Rhein, aber liegen blieb der Schnee nicht lange.

Der Frühling zeigte sich im März und April auch ganz gefällig, mit viel Sonne und wenig Regen. Der Mai war dann ganz durchschnittlich temperiert und brachte auch schon den ersten Hitzetag.

Der Sommer brachte dann neue Rekorde:

In Karlsruhe wurde am Freitag, 7.August 2015 der neue Höchstwert der Temperatur erreicht. Gegen 15:00 Uhr erreichte das Thermometer hier in Karlsruhe in der Wetterstation an der Hertzstraße 41,2°C. Damit hielt der Rekord vom 5.Juli mit 40,8°C gerade mal 1 Monat.

Der alte Rekord an gleiche Stelle beträgt 40,2°C und war bisher gleichzeitig auch der offizielle "Allzeitrekord" für Deutschland, zuletzt gemessen am 13.August 2003. Der neue offizielle Rekord wurde ebenfalls am 5.Juli und am 7.August mit jeweils 40,3°C in Kitzingen erreicht.

Genau so spektakulär ist aber das Tagesmittel, das den Durchschnitt des Temperaturganges über den ganzen Tag anzeigt. Es lag in Karlsruhe in diesem Sommer an 5 Tagen bei mindestens 30,0°C, der Höchstwert von 32,4°C war dabei am 5.Juli.. Das ist absoluter Rekord und wurde nie zuvor auch nur annähernd in Mitteleuropa erreicht. Der alte Rekord im Tagesmittel war 2013 mit 30,9°C an gleiche Stelle. ("Offiziell" vom DWD gemessen im August 2003 mit 30,0°C)

Sehr bemerkenswert ist auch, dass in diesen Tagen die 30°C-Marke bereits zwischen 7 Uhr und 8 Uhr am Morgen überschritten wurde und das Thermometer erst nach 21:00 Uhr wieder unter 30°C sank.

An 25 Tagen sank das Thermometer auch nachts nicht unter die 20°C - Marke. So viele so genannte "tropische Nächte" gab es bisher ebenfalls noch nie in einem einzigen Sommer.

Im gesamten Sommer gab es 81 Tage mit mindestens 25,0°C ("Sommertage") und 41 Tage mit mindestens 30,0°C ("heiße Tage"). Der Rekord von 2003 mit 109 Sommertagen und 54 heißen Tagen wurde damit also nicht erreicht.

Herbst: September und Oktober zeigten sich dann ganz durchschnittlich, was die Temperatur betrifft, aber wie schon fast das gesamte Jahr viel zu trocken. Nach einem Kälteeinbruch Mitte Oktober wurde es dann im November fast noch mal sommerlich warm mit bis zu 24°C. Gegen Ende des Monats wurde es dann zwar etwas kühler und es gab auch endlich mal ergiebigen Regen, aber der Winter zog damit nur kurzfristig mal im höheren Bergland ein. Der November war der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Dezember brachte dann durchweg Südwestwetter und war überwiegend trocken. Die Täler füllten sich zeitweise  mit Nebel und bei Nebel war es dann auch ziemlich frisch, aber sonst lagen die Temperaturen hier in Karlsruhe tagsüber fast durchweg im zweistelligen Bereich. Der Dezember brachte zwar keine Rekordtemperaturen, die 19,2°C von 1916 und 1989 (in Karlsruhe) konnten nicht erreicht werden, aber im Monatsdurchschnitt ist er so mild, wie nie zuvor. (Der deutschlandweite Rekord liegt übrigens bei 24°C im Dezember 1989, gemessen im südbadischen Mühlheim).

 

Nachdem das Jahr 2014 schon eine sensationelle Durchschnittstemperatur von 13,9°C hatte, wird auch das Jahr 2015 wieder um 13°C mild sein, im Mittel über das ganze Jahr. Es gab im gesamten Jahr keinen einzigen Tag mit Dauerfrost! (Im Jahr 2014 ein einziger mit genau 0,0°C).

Mit nur 550mm Niederschlag war das gesamte Jahr deutlich zu trocken. Nur Januar und November brachten ein Plus im Niederschlag, wobei es im November auf die Menge eines einzigen Tages (52mm) zurückzuführen war.

 

 

 

Die Messwerte 2015

 

Temperatur:

Absolutes Maximum: Hertzstraße 41,2°C (7.August), Rheinstetten: 38,7°C (7.August)

Absolutes Minimum:  Hertzstraße -4,1°C (4.Februar), Rheinstetten: -6,4°C (6.Januar)

Tagesmittel: Hertzstraße 13,1°C

 

Tage mit >25°C (Sommertage): Hertzstraße 81, Rheinstetten 64

Tage mit >30°C (Hitzetage): Hertzstraße 41, Rheinstetten 33

Tage mit Minimum <0°C (Frosttage): Hertzstraße 22, Rheinstetten 40         

Tage mit Maximum <0°C (Eistage): Hertzstraße 0, Rheinstetten 0

 

Niederschlag:

Gesamtniederschlagsmenge: ca. 550mm

Max/24Std: 52mm (20.November)

 

Tage mit Schneefall/Schneeregen: 16

Tage mit Schneedecke: 3 (1.Januar, Reste), (5/6.Februar, 1cm)        

 

 

 

 

Messstationen

 

Es gibt deutliche Unterschiede, nicht nur bei der Temperatur, begründet durch den Standort der Wetterstation. Im Wald herrschen ganz andere Bedingungen, als draußen auf dem freien Feld und in der Innenstadt oder am unmittelbaren Stadtrand ist es wieder ganz anders.

Deshalb liefert die Messstation des KIT Campus Nord mitten im Hardtwald auch immer ganz andere Ergebnisse, als am Physikhochhaus in den Parkanlagen des Campus Süd oder an der Hertzstraße auf einer Wiese ein paar Meter neben einem Parkplatz im Industriegebiet am nordwestlichen Stadtrand. Und draußen auf der freien Fläche des ehemaligen Flugplatzes in Rheinstetten, wo die Station des DWD steht, sind wieder ganz andere Bedingungen. Wie auch immer, am gegebenen Standort sind die Bedingungen eben so, wie sie sind.

Für die meisten Menschen, die nicht gerade Förster, Waldarbeiter oder Bauer von Beruf sind, spiegeln aber die Bedingungen im Industriegebiet oder in der Innenstadt am ehesten das wieder, was sie täglich erleben.

Allerdings sind die Messwertunterschiede zwischen den beiden (beide wissenschaftlich betriebenen) Wetterstationen in Rheinstetten und in Karlsruhe an der Hertzstraße doch, vor allem im Sommer teilweise sehr hoch. Alleine durch die unterschiedlichen Standorte können diese Unterschiede nicht immer erklärt werden.

 

Wenn man eine Messstation für die natürlichen Bedingungen hier am Oberrhein nehmen wollte, dann ist am ehesten noch die im Campus Nord repräsentativ, den sie spiegelt am meisten die Bedingungen wieder, die hier vor 300 Jahren herrschten, bevor die Stadt erbaut wurde.

Am Repräsentativsten wäre wohl eine Station in den Rheinauen bei Daxlanden, in der Fritschlach oder in Rappenwört. Das ist nahezu unverfälschtes Oberrheinklima, so wie es früher, so wie es hier schon immer war. Stickig, feucht, schwül. Im Sommer warm bis heiß, im Winter eher mild.

 

 

"Wetterrekorde" und Wetterdienste

 

Der Deutsche Wetterdienst DWD beansprucht für sich ganz alleine, die einzigen waren Messwerte zu liefern. Die Messungen anderer Stationen wie z.B. das KIT in Karlsruhe oder private Wetterdienste werden nicht als "offiziell" anerkannt. Auch wenn die KIT-Station an der Hertzstraße über 41°C gemessen hat, ist das kein offizieller Rekord, obwohl diese Temperatur sonst noch nie in Deutschland gemessen wurde. Ein offizieller Wetter-Rekord kann nur aufgestellt werden, wenn er an einer DWD-Station gemessen wurde, ob das nun Temperatur, Niederschlagsmenge, Windgeschwindigkeit ist.

Man kann aber eigentlich wohl schon davon ausgehen, dass die Meteorologen von privaten Wetterdiensten und die Wissenschaftler am KIT ebenso gut wissen, wie man Wetterstationen aufstellt und abließt, wie die Leute vom DWD.

"Offiziell" sind aber nur die Messungen des DWD, das kommt auch daher, dass der DWD lange Zeit eine Behörde war und auch heute noch viele Mitarbeiter im Beamtenstatus sind (Wie bei der Bahn oder bei der Post). Lange Zeit hatte der DWD sozusagen das Monopol auf  alles, was des Wetter betrifft, in Deutschland.

 

Der inoffizielle Hitze-Rekord für Deutschland betrug bisher 40,3°C, gemessen von einem privaten Wetterdienst im Saarland im August 2003.

Am Sonntag, 5.Juli 2015 wurde dieser Wert nun auch offiziell an der DWD in Kitzingen am Main erreicht. Das ist somit der neue Rekord der offiziellen DWD-Stationen.

Bisher lag der Rekord bei 40,2°C. Der wurde schon 4 Mal erreicht. Am 13.August 2003 in Karlsruhe und in Freiburg, am 9.August 2003 in Karlsruhe und am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf/Oberpfalz). Letzteres galt also über 20 Jahre lang als absoluter Temperatur-Rekord in Deutschland..

Inoffiziell wurden die 40,2°C zuletzt am 27.Juli 2013 eben auch wieder an der Hertzstraße in Karlsruhe gemessen. Nur, da war die Station eben nicht mehr vom DWD, sondern inzwischen vom KIT. Der DWD ist ja bekanntlich schon 5 Jahre vorher nach Rheinstetten umgezogen. Die KIT-Station befindet sich aber haargenau am gleichen Ort, wie die alte DWD-Station.

Sowohl die KIT-Station an der Hetzstraße in Karlsruhe, als auch die DWD-Station in Kitzingen sind bei Fachleuten etwas umstritten, wegen ihrer Lage. Dennoch wurden an diesen Orten die Temperaturen eben so gemessen! Da war's einfach so heiß!